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21.11.2018
aerokurier

Schleicher ASG 32TM: Zackenband statt Ausblasung

Alexander Schleicher Segelflugzeugbau hat eine TM für seinen Doppelsitzer ASG 32 herausgegeben. Um dessen Leistungsfähigkeit zu verbessern, müssen die Ausblasung an der Tragflächenhinterkante stillgelegt und stattdessen Zackenband angebracht werden.

Schleicher ASG 32

Mit der ASG 32 greift Schleicher vor allem den Arcus von Schempp-Hirth an. Foto und Copyright: Manfred Münch

Die gezielte Beeinflussung des Umschlagpunktes der laminaren Strömung an den Tragflächen gehört heute zum Standard im Segelflugzeugbau. Zacken- oder Noppenbänder als Mittel der Wahl haben allerings stets den Nachteil, dass Sie auch Widerstand verursachen. Schleicher löste das Problem bei seinen jüngsten Mustern zumeist mit einer Ausblasung, bei der über eine Hutze angesaugte Luft durch kleinste Bohrungen im Bereich der Flügelhinterkante geleitet wird und so die Strömung optimiert.
Beim Doppelsitzer ASG 32 allerdings scheint das nicht wie berechnet zu funktionieren. Jüngst gab der Poppenhausener  Segelflugzeughersteller eine Technische Mitteilung heraus, in der das Verschließen der Ausblasungsöffnungen samt Ansaughutzen und das Anbringen von Zackenband empfohlen wird.

"Die ASG 32 ist beim Idaflieg-Treffen im vergangenen Jahr vermessen worden, und dabei hat sich herausgestellt, dass es im mittleren Geschwindigkeitsbereich zwischen 130 und 160 km/h Leistungseinbußen gibt", bestätigte Geschäftsführer Ulrich Kremer auf aerokurier-Nachfrage. "Da damals nur wenige Messungen gemacht wurden, haben wir das selbst nochmal überprüft, und dabei haben sich die Befunde des Idaflieg-Treffens erhärtet." Bei Schleicher habe man daraufhin Ursachenforschung betrieben und analysiert, wie sich das Problem in den Griff kriegen lässt. "Letztendlich konnten wir ermitteln, dass das klassische Zackenband bei der ASG im Schnell- und im Langsamflug genauso gut funktioniert wie wie die Ausblasung und zusätzlich den Leistungsabfall im mittleren Geschwindigkeitsbereich deutlich reduziert", erklärt Kremer.

Bereits auf der WM im Sommer seien einige Flugzeuge mit dieser Optimierung an den Start gegangen. Letztendlich hätten erneute Messungen auf dem Idaflieg-Sommertreffen in diesem Jahr Daten geliefert, die die Annahme der Leistungsverbesserung durch das Zackenband bestätigen. "Die Auswertung ist noch nicht komplett abgeschlossen, aber die Ergebnisse reichen für uns, um die Optimierung zu empfehlen", so Kremer. Eine Empfehlung sei es deshalb, weil die Leistungseinbuße in einem Geschwindigkeitsbereich auftritt, der für den Alltagsbetrieb weniger relevant ist. Im Langsam- und im Schnellflug funktioniere das Profil auch mit der Ausblasung, und damit seien die Bereich fürs Kurbeln und für den schnellen Vorflug abgedeckt.

Neue Flugzeuge werden bereits mit Zackenband anstatt des Ausblasungssystems ausgeliefert. Die Modifikation kann von qualifizierten Personen selbst durchgeführt werden, ein Aufenthalt im LTB ist nicht notwendig. Die TM und die Reparaturanweisung sind HIER verfügbar.

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