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21.08.2015
Erschienen in: 03/2012  aerokurier

Freude am LehrenFluglehrer - Beruf und Berufung

Für einen Fluglehrer ist pädagogisches Gespür ebenso unabdingbar wie Durchsetzungsvermögen und Gelassenheit. Wenn man, so wie Michael Gross, Freude daran hat, Menschen das Fliegen beizubringen, dann ist das schon mal eine hervorragende Voraussetzung für den Job.

Es ist kurz vor acht. An diesem nassen Januartag ist es zudem noch ziemlich stürmisch. Eigentlich kein Wetter für einen Checkflug. Michael Gross fährt vor seiner Flugschule am Flughafen Paderborn/Lippstadt vor. Patrick Massow ist zeitgleich da. Der ATPL-Schüler muss heute unter Beweis stellen, dass er reif für den letzten praktischen Prüfungsflug ist. Die ATPL-Theorie hat er bereits bestanden. Gross wird ihm den zweistündigen Checkflug (IFR-MEP) abnehmen. Besteht er, folgt nur noch der Prüfungsflug mit einem LBA-Examiner, dann ist der 23-Jährige frei für den Markt.

Gross ist Chef der FMG-Flight Training, die er 1991 selbst gegründet hat. Neben seiner Geschäftsführertätigkeit ist er aktiv als Lehrer und Prüfer tätig. Auch als Theorielehrer unterrichtet er regelmäßig selbst. Sein Lieblingsfach ist „menschliches Leistungsvermögen“ (HPL). Er gilt als einer, der den Funken überspringen lassen kann, dem man auch nach mehr als 20 Jahren in der Branche die Leidenschaft für die Luftfahrt noch anmerkt. „Die Freude, die ich selbst beim Fliegen habe, möchte ich gern vermitteln.“

Patrick Massow ist bereits infiziert. Das war er schon früh, denn seine fliegerische Ausbildung verlief sehr zügig. Ein Musterschüler? „Nein, der Junge weiß, worauf es ankommt. Er will ins Cockpit einer Airline, und dafür arbeitet er zielstrebig und diszipliniert“, erklärt Gross. Eigenschaften übrigens, die einem ATPLer sehr gut zu Gesicht stehen und schon frühzeitig in der Ausbildung die Weichen für eine erfolgreiche fliegerische Karriere stellen können.

Trotz des starken Windes wird der Checkflug stattfinden. „Da muss er durch. Bei solchem Wetter ist er noch nie geflogen.“ Gross‘ Stimme lässt keine Zweifel aufkommen. Massow holt das Wetter ein und sorgt dafür, dass die zweimotorige Piper PA-34 V Seneca betankt wird. Er trifft auch eigenständig die Entscheidung, ob er unter den gegebenen Umständen mit der Gefahr von Vereisung fliegen kann. Auch dies gehört zum Checkflug und wird von Gross später mit bewertet. Währenddessen holt der sich die Unterlagen des Tages aus dem OPS-Office.

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